"Mausi Mops"

23.02.2019

 

Im Oktober vorigen Jahres hat Mausi uns einige Zeit arge Sorgen bereitet. Am 03.10.2018 - abends bei der Zubereitung des Hundefutters - brach Mausi plötzlich im Flur zusammen und begann, sich in Krämpfen zu winden. Weil das zwei Meter neben mir passierte, konnte ich sofort reagieren und sie in einem separaten Raum unterbringen. Wir hatten schon öfter Hunde mit epileptischen Anfällen, daher erkenne ich die Epilepsie, wenn sie auftritt. Anders als bei den Anfällen anderer Hunde hörte der Anfall von Mausi aber nicht auf. Sie krampfte und krampfte und drehte sich dabei  - nach hinten überdehnt - auf dem Boden liegend ständig um sich selbst im Kreis. Und lief bei jeder Drehung Gefahr, mit dem Kopf auf dem Boden aufzuschlagen. Unglücklicherweise hatte ich kein Diazepam im Haus, das letzte hatte ich entsorgt, weil es völlig überlagert war.

 

Die einzige Tierklinik, die um diese Zeit noch geöffnet hatte, lag gut 45 Minuten Fahrzeit von uns weg und mit einer derart krampfenden und sich ständig drehenden Mausi konnte ich unmöglich selbst Auto fahren. Ich konnte sie so ja nicht in eine Box legen... Und Jürgen war in Deutschland, ich somit alleine auf dem Hof. 

 

In meiner Verzweiflung - Mausi krampfte da sicher schon eine Stunde und es nahm einfach kein Ende, ich konnte nicht einmal weg das Handy suchen, weil ich sie ständig festhalten musste - habe ich dann in einer kleinen Krampfpause eine deutsche Bekannte angerufen, ihr kurz das Problem geschildert und sie war so lieb und hat Mausi und mich zur TK gefahren.

 

Dort ging es Mausi nach Gabe einiger Medikamente schnell besser und sie hatte auf der Rückfahrt nur noch einen letzten Krampfanfall, der von allein wieder aufhörte. Allerdings war sie stark desorientiert, ihr war offensichtlich irrsinnig schwindelig, sie konnte nicht laufen und war instabil. Nachdem sie die nächsten beiden Tage weitgehend zum Eigenschutz in einer Box verbracht hatte, ging es Mausi wieder gut und alle Folgeerscheinungen waren weg. Am Tag nach dem Krampfanfall war ich mit ihr noch in "unserer" Tierklinik und habe das weitere Vorgehen mit ihnen besprochen. Ein Blutbild wurde gemacht - das war unauffällig - und ich bekam Diazepam und Medikamente für Mausi. Es wurde besprochen, dass ich das Diazepam und die Medis einsetzen sollte, sofern es zu weiteren Krämpfen kommt - in der Hoffnung, dass es eine einmalige Sache ist. 

 

War es leider nicht, gut eine Woche später, am 10.10.2018, hatte Mausi den nächsten, noch heftigeren Krampfanfall der ebenfalls wieder konstantes Rollen auslöste und nicht von allein aufhörte. Dieses Mal passierte es Mittags, unser Nachbar war grade da, der auf Mausi aufgepasst hat - damit sie sich nicht den Kopf aufschlägt - damit ich das Diazepam holen konnte. Das Diazepam wirkte nach etwa einer halben Stunde wenigstens so weit, dass ich es wagen konnte, allein mit Mausi im Auto nach Szeged in die Klinik zu fahren. Die Fahrt dauert ne gute Stunde und Mausi lag im Auto in der Hundebox, gut gepolstert zwischen zwei großen Decken. Und ich hab gefühlt jeden Kilometer angehalten um zu gucken, ob alles gut ist. Von unterwegs hatte ich uns bereits angekündigt und konnte mit Mausi direkt zum Doc, als wir endlich in Szeged ankamen. Wieder hörten die Krämpfe nach Gabe von Medikamenten sehr schnell auf, Mausi war allerdings noch deutlich orientierungsloser, taumeliger und instabiler als in der Woche vorher. Unser TA hat uns dann gesagt, dass aus unerfindlichen Gründen bei Mausis epileptischen Anfällen offenbar immer das Vestibularorgan - was u.a. für das Gleichgewicht verantwortlich ist - mit betroffen ist und es daher zu dem konstanten Drehen, der Orientierungslosigkeit, extremen Schwindelanfällen und Instabilität kommt. Nach diesem Anfall dauerte es fast zwei Wochen bis Mausi wieder völlig schwindelfrei und stabil war. Und sie bekommt seitdem zweimal täglich Medikamente, die so gut greifen, dass sie seitdem keinen Anfall mehr hatte. Wir hoffen, dass das so bleibt und Mausi nun den Rest ihres Lebens problemfrei leben darf. 

 

 

16.12.2017

 

Mausi Mops hat mich die letzten beiden Tage gut auf Trab gehalten. Unser TA hatte ja den Verdacht, dass Mausi einen Leistenbruch hat. Weil sie sich erst einmal etwas erholen und Gewicht zulegen sollte, wurde das bisher nicht weiter untersucht.

 

Vorgestern war plötzlich aus dem eigentlich vorher leeren Hautsack eine dicke, feste Beule geworden. Ich hab sie umgehend eingepackt und bin mit ihr zur Tierklinik gefahren. Dort wurde sofort eine Not-OP wegen akuter Lebensgefahr vorgenommen. Es war Darm durch den Leistenbruch gerutscht, so etwas überlebt ein Hund nur sehr kurze Zeit. Der Leistenbruch wurde gerichtet, der Darm war zum Glück nicht beschädigt. Es sah erst einmal alles soweit gut aus, ich hab Mausi wieder mit nach Hause genommen. Sie war - völlig normal nach einer solchen OP - still und hat den halben Abend geschlafen. Fressen mochte sie noch nicht, aber alles im normalen Bereich in diesem Moment. 

 

Am nächsten Morgen mochte sie immer noch nichts fressen, trinken auch nicht. Sie war sehr still, lief nicht und verkroch sich unter dem Sofa. Dort sass sie drei Stunden später immer noch und mochte noch immer weder trinken noch fressen. 

 

Das war jetzt nicht mehr im Normalbereich, wegen des anstehenden Wochenendes - am WE bekommt man hier in Ungarn meist keinen Tierarzt - hab ich sie geschnappt und bin noch einmal mit ihr zur Tierklinik. Und wieder folgte umgehend eine Not-OP wegen akuter Lebensgefahr. Der Darm hatte seine Tätigkeit komplett eingestellt...

 

Die Kontrolle des kompletten Darm verlief ohne Befund und auch die Gebärmutter wurde kontrolliert. Diese war nicht unauffällig sondern wies deutliche und massive Durchblutungsstörungen auf und es fand sich gestocktes Blut darin. Unter Tierarzt hat den ziemlich sicheren Verdacht, dass die Gebärmutter beim Leistenbruch ebenfalls massiv eingeklemmt wurde und nun die Probleme verursacht hat. Mausi wurde während der OP direkt kastriert. 

 

Als ich sie mitgenommen habe, funktionierte der Darm bereits wieder - die Darmgeräusche wurden extra nochmals abgehört. Und bereits auf der Rückfahrt ging es ihr besser als am Abend davor nach der OP. Heute morgen hat sie dann getrunken, gefressen und ihre Medikamente genommen. Es scheint, dass das Gröbste überstanden ist und sie in 14 Tagen, wenn alles verheilt ist, wieder wie neu ist. 

 

Ich habe einige Nerven gelassen - OPs bei Möpsen sind immer besonders risikoreich - und bin sehr froh, dass die Probleme rechtzeitig bemerkt wurden und Mausi die OPs gut überstanden hat. Nun steht einem schönen Leben hoffentlich nichts mehr im Weg. 

 

 

30.10.2017

 

Seit gestern unterstützt wieder ein Mopsmädchen unsere Mopsjungs. Ein weiterer Hund war eigentlich nicht geplant, aber es kam anders als gedacht. Die Maus war im ungarischen Pendant von ebay Kleinanzeigen inseriert und wurde dort für Kleingeld angeboten. Mit einem erbärmlichen Bild eines im Dreck zwischen Steinplatten sitzenden kreuzunglücklichen Mopses... 

 

Es sah aus, als hätte sie entweder ein recht großes Gesäuge oder eine Schwellung an den Hinterbeinen. Jedenfalls liess das Bild mich nicht los und die arme Maus auch nicht und ich fuhr am nächsten Tag los, um das Mädchen zu holen. Mein Gefühl war richtig, sie kommt aus einer "Fabrik"... Ich konnte nichts sehen, weil ich im Vorraum warten musste, aber es waren Mopswelpen da - die wollte der "Besitzer" mir zuerst verkaufen und weitere Möpse hörte ich bellen. 

 

Mausi - auf diesen Namen reagiert sie prima - hatte wohl ausgedient und wurde nicht mehr benötigt. Ich zahlte dem Mann die umgerechnet etwa 30 Euro und nahm das Mädchen mit. 

 

Mausi ist 5,5 Jahre alt und einigermaßen gesund. Sie hat eine Verletzung am Auge - kann man auf dem oberen Bild sehen - und entweder ein tatsächlich großes Gesäuge oder evtl. einen Leistenbruch am linken Hinterbein, unser Tierarzt war unsicher, das müssen wir in der Tierklinik genauer abklären lassen. Und sie ist erbarmungswürdig mager... 

 

Aber sie ist ein aufgewecktes, sehr liebes kleines Mädchen. Man merkt ihrem Verhalten an, dass sie mit Hunden zusammen gelebt hat. Sie ist sehr freundlich, sehr neugierig und kennt buchstäblich im Moment nichts. Gestern abend fand sie das rauschen der Blätter sehr alarmierend... Und Fernsehen findet sie spannend. Im Moment ist sie insgesamt natürlich noch sehr unsicher, aber durch ihre Neugier wird sich das schnell legen. Unsere Mopsjungs finden sie nett und ganz sicher werden die drei schnell ein Team. Beim Spaziergang auf dem Hof heute waren die drei sich bereits einig, welche Stellen am besten riechen und was man näher untersuchen sollte. 

 

Hier kommen die ersten wenigen Bilder: 

 

 

jetzt kann die Kleine sich erst einmal erholen und wird dann kastriert und ggfs. der Leistenbruch gerichtet. In jedem Fall ist die Zeit der ständigen Welpen vorbei und sie kann ihr weiteres Leben in Ruhe und umsorgt verbringen.

 

 

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